Mario ist der Chef eines Unternehmens in der Elek­troin­dus­trie. Auf­grund rück­läu­figer Auf­tragslage, muss er sich von seinem Mitar­beit­er Andreas tren­nen. Er ist der dien­stjüng­ste Mitar­beit­er und hat die besten Chan­cen auf dem Arbeits­markt. Im gemein­samen Gespräch unter vier Augen am 17. Jan­u­ar, besprechen Sie die Fak­ten und vere­in­baren mündlich den Aus­tritt per 31. März. Um keinen Staub aufzuwirbeln, informieren sie wed­er die anderen Mitar­beit­er noch die Kun­den über diese Tat­sache. Alles scheint klar zu sein und Mario ist froh muss er kein kom­pliziertes Kündi­gungss­chreiben auf­set­zen.

Zwei Wochen vor dem 31. März erkrankt Andreas und fällt für 8 Wochen aus. Da Andreas vor seinem Aus­tritt nicht mehr zur Arbeit kommt, möchte Mario einen Ter­min vere­in­baren in dem Andreas den Schlüs­sel, Arbeit­sklei­dung und die Werkzeuge abgeben kann.

Der Mitarbeiter bestreitet die Kündigung erhalten zu haben!

Am Tele­fon bestre­it­et Andreas die Kündi­gung vom 17. Jan­u­ar und fordert die Lohn­fortzahlung während sein­er Krankheit ein. Zudem teilt er seinem Chef mit, dass er nach der Gene­sung wieder zur Arbeit erscheinen wird.

Ist Mario Lohnfortzahlungspflichtig obwohl er Andreas die Kündigung am 17. Januar ausgesprochen hat?

Eine Kündi­gung ist form­los gültig. Das heisst grund­sät­zlich ist eine mündliche Kündi­gung möglich. Jedoch ist es in diesem Fall schw­er zu beweisen, dass eine Kündi­gung erfol­gt ist. Falls Mario nicht beweisen kann, dass die Kündi­gung unmissver­ständlich aus­ge­sprochen und ver­standen wurde beste­ht das Arbeitsver­hält­nis noch. Somit schuldet Mario gegenüber Andreas auch den Lohn.

Erschw­erend kommt in diesem Fall dazu, dass der Mitar­beit­er sich im Krankheits­stand befind­et und der Arbeitsver­trag erst nach Ablauf der entsprechen­den Sper­rfrist (Abhängig nach Anzahl Dien­st­jahren) erneut gekündigt wer­den kann.

So können Sie teure Rechtsfolgen vermeiden!

Auch wenn es nicht nötig scheint, so ist kor­rek­ter­weise eine Kündi­gung schriftlich abz­u­fassen und aus Beweis­grün­den eingeschrieben oder gegen Aushändi­gung ein­er Emp­fangs­bestä­ti­gung zu übergeben. So kön­nen Sie teure Rechts­fol­gen ver­mei­den.

Tipp der HR Expertin

Haben Sie einem wichti­gen Detail aus dem Arbeit­srecht zuwenig Beach­tung geschenkt, die Ihr Mitar­beit­er nun ein­fordert? Suchen Sie zusam­men mit fach­lich­er Unter­stützung das Gespräch. In der Regel kön­nen Kom­pro­misse vere­in­bart wer­den, welchen bei­den Parteien eine gute Lösung bringt. Wichtig ist hier die richtige For­mulierung der schriftlichen Vere­in­barung.

Haben Sie Fra­gen zu diesem oder anderen The­men rund um Ihre Mitar­beit­er? Sich­ern Sie sich Ihre 30 Minütige kosten­lose Erst­ber­atung.

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