Andi* hat eine gute Ver­trauens­ba­sis mit seinen Mitar­beit­ern. Daher find­et er es auch unnötig, die Arbeit­szeit­en sein­er Mitar­bei­t­en­den genau zu erfassen. Es ist ein «Geben und ein Nehmen», was bis anhin auch nie zur Diskus­sion stand. Jet­zt jedoch, als er einem sein­er Mitar­bei­t­en­den die Kündi­gung aus­ge­sprochen hat­te, forderte dieser Über­stun­den im Wert von rund 20’000.- Franken. Diese resul­tieren, anhand der vom Mitar­bei­t­en­den selb­st geführten Stun­den­liste. Andi* ist empört und denkt nicht daran, diese zu bezahlen.

*Andi ste­ht auch für Roger, Thomas, Michaela und alle Unternehmer/innen die grosse Ver­ant­wor­tung tra­gen.

 

Doch wie ist die gesetzliche Grundlage in diesem Fall?

Arbeit­ge­ber sind geset­zlich verpflichtet, die Arbeit­szeit ihrer Mitar­bei­t­en­den zu erfassen und zu doku­men­tieren. Grund­lage dafür sind Art. 46 des Arbeits­ge­set­ztes (ArG) sowie 73 der Verord­nung 1 zum Arbeits­ge­setz.

Die geleis­teten Stun­den der Arbeit­nehmenden müssen ausser­dem für die Dauer von fünf Jahren seit­ens Unternehmen auf­be­wahrt wer­den.

 

Ausgenommen von der Zeiterfassung!

Einige Berufs- und Per­so­n­en­grup­pen sind vom Arbeits­ge­setz als Ganzes oder von den Arbeits- und Ruhezeitbes­tim­mungen ausgenom­men. Auf diese find­et die Regelung der Arbeit­szeit­er­fas­sung keine Anwen­dung. Dazu gehören z.B. Kün­stler, Geistliche, Besatzung im Luftverkehr, Han­del­sreisende oder Angestellte land­wirtschaftlich­er Betriebe.

Auch für Angestellte im Top-Man­age­ment, soge­nan­nte «Arbeit­nehmende mit ein­er höheren lei­t­en­den Tätigkeit» muss die Arbeit­szeit nicht doku­men­tiert wer­den, sofern sie am Unternehmen beteiligt sind und die Gestal­tung ihrer Arbeit­szeit weit­ge­hend selb­st organ­isieren kön­nen.

Des Weit­eren wird die Pflicht zur Arbeit­szeit­er­fas­sung für Arbeit­nehmende mit einem Einkom­men von mehr als CHF 120’000.-, die bei der Arbeit­szeit über eine hohe Autonomie ver­fü­gen, ausgenom­men. Diese Aus­nahme muss aber schriftlich geregelt sein. Eine mündliche Abmachung reicht im Stre­it­fall nicht!

Eben­falls kann eine vere­in­fachte Zeit­er­fas­sung mit den Arbeit­nehmern vere­in­bart wer­den. Diese muss eben­falls zwin­gend schriftlich erfol­gen.

 

Was passiert nun im Beispiel von Andi*?

Sofern Andi* nicht plau­si­bel und fundiert nach­weisen kann, dass die geforderten Über­stun­den nicht geleis­tet wur­den, ist er dazu verpflichtet, die vom Mitar­bei­t­en­den geforderten Stun­den zu bezahlen. Solche Forderun­gen kön­nen rück­wirk­end bis zu fünf Jahre einge­fordert wer­den.

Einem KMU wie dem von Andi*, kön­nen solche hohen Forderun­gen schon mal das Genick brechen. Darum emp­fiehlt es sich, das The­ma Arbeit­szeit­er­fas­sung nicht zu ver­nach­läs­si­gen.

 

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